Was, wenn der „gute Stern“ nicht genutzt wird?

Astrologie ist die Lehre der „Zeitqualität“, was bedeutet, dass der jeweilige Moment für bestimmte Vorhaben besser geeignet ist und für andere Vorhaben weniger gut geeignet ist. Das bedeutet jedoch nicht, dass man zu einer ungünstigen Zeit ein bestimmtes Vorhaben nicht starten kann – es wird dann aber vermutlich weniger von Erfolg gekrönt sein, sich als langwieriger herausstellen oder unerwartet Hindernisse aufwerfen.

Kleines plakatives Beispiel: wenn ich im tiefsten Winter auf die Idee komme, dass ich just jetzt im nahegelegenen Teich eine Runde schwimmen gehen will, kann es sein, dass dieser zugefroren ist. Es wird dann Arbeit erfordern, ein Loch in den See zu schlagen und Raum zu schaffen, um ins Wasser springen zu können. Der Badespaß wird vermutlich etwas eingeschränkt sein (außer für absolute Kälte-Freaks), und wenn ich Pech habe, hole ich mir auch noch eine ordentliche Verkühlung mit Schnupfen und Fieber. Im Gegensatz dazu ist im Sommer die „Zeitqualität“ für dieses Vorhaben deutlich besser: der See ist frei von Eis und die Temperaturen schaden meiner Gesundheit nicht – im Gegenteil: eine Abkühlung kann nun das körperliche Wohlbefinden sogar steigern.

Ähnlich ist es auch mit der – zugegebenermaßen komplexeren – Zeitqualität in unserem Leben. Schon in der Bibel steht dieses Phänomen beschrieben – ok, ich bin kein echter Bibel-Fan, aber dieser Abschnitt aus dem Buch Kohelet, Kapitel 3, 1-9, beschreibt recht gut, was gemeint ist:

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Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit:

eine Zeit zum Gebären und eine Zeit zum Sterben,
eine Zeit zum Pflanzen und eine Zeit zum Abernten der Pflanzen,
eine Zeit zum Töten und eine Zeit zum Heilen,
eine Zeit zum Niederreißen und eine Zeit zum Bauen,
eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen,
eine Zeit für die Klage und eine Zeit für den Tanz,
eine Zeit zum Steinewerfen und eine Zeit zum Steine sammeln,
eine Zeit zum Umarmen und eine Zeit, die Umarmung zu lösen,
eine Zeit zum Suchen und eine Zeit zum Verlieren,
eine Zeit zum Behalten und eine Zeit zum Wegwerfen,
eine Zeit zum Zerreißen und eine Zeit zum Zusammennähen,
eine Zeit zum Schweigen und eine Zeit zum Reden,
eine Zeit zum Lieben und eine Zeit zum Hassen,
eine Zeit für den Krieg und eine Zeit für den Frieden.

Wenn jemand etwas tut – welchen Vorteil hat er davon, dass er sich anstrengt?

Und Astrologie zeigt nun genau auf, wann und wie lang so eine jeweilige Zeit ist.

Es ist wie in einer „Schule des Lebens“: in jeder Schulstunde gibt es etwas anderes zu Lernen. In der Schule des Lebens geht es aber nicht um Mathe, Deutsch oder Latein, sondern darum, unsere inneren Qualitäten zu erforschen und zu entwickeln. Und wenn nun auf einer solchen Lebens-Schulstunde „Mars – lerne kämpfen und Dich durchsetzen“ steht, so erleben wir im Außen Situationen, in welchen unser Mut, unsere Durchsetzungskraft und unsere Entscheidungskraft gefordert sind – zum Beispiel Scheidungen, Konflikte mit Vorgesetzten oder wir stehen vor der zwingenden Wahl, uns in einem Lebensbereich umzuorientieren. In einer anderen Schulstunde steht „Venus – lerne Freundlichkeit, Offenheit und Rücksichtnahme“ auf dem Lehrplan. In solchen Phasen sind wir seelisch offener, kontaktfreudiger und empfänglicher für neue Bekanntschaften. Die Chance, dann eine neue Liebe zu finden, ist dadurch erhöht.

Aber Vorsicht: Venus macht nicht, dass wir eine neue Liebe finden! Sondern unsere innere Bereitschaft, auf andere zuzugehen, sich auf neue Menschen einzulassen und offener auf unsere Mitmenschen zu reagieren, ist die Quelle für neue Chancen in der Liebe. Venus zeigt aber an, dass wir seelisch nun für Erfahrungen dieser Art bereit sind bzw. mit diesen Themen in Berührung kommen wollen – und auch unbewusst dazu bereit sind – , um uns als Menschen seelisch weiter zu entfalten und persönlich zu wachsen! Wir können die Verantwortung dafür nie bei den Planeten abgeben!

Neulich fragte mich eine Kundin zu diesem Thema: „Was ist, wenn astrologisch eine gute Zeit wäre, um jemanden kennen zu lernen, aber diese Phase geht vorbei, ohne dass man jemanden getroffen hat. Kommt das dann nie wieder?“

Eine spannende Frage! Aus meiner Sicht gibt es dazu zwei Ansätze für eine Antwort:

Zum einen müssen wir zwischen Potenzial und konkretem Ausdruck unterscheiden. Astrologie zeigt Potentiale auf – keine faktischen Tatsachen. Potential bedeutet, dass eine Entwicklungsmöglichkeit quasi als „Rahmen“ angezeigt wird; der Inhalt dieses Rahmens – sprich die Art des Ausdrucks – ist jedoch noch nicht festgelegt. Nehmen wir an, am Stundenplan des Lebens steht „Venus – lerne zu lieben und offen auf andere Menschen zuzugehen“.  Ein möglicher Ausdruck des Potenzials ist es, einen anderen Menschen zu treffen und sich unsterblich zu verlieben. Ein anderer Ausdruck wäre aber auch, Selbstliebe zu entwickeln! Oder ich lerne auf einmal neue Menschen kennen, bewege mich lockerer im Umgang mit Kollegen, … der äußere „Rahmen“ ist ein Venus-Thema, aber die Ausdrucksform, der Rahmeninhalt kann stark variieren.

Zum anderen ist auch immer zu klären, ob es in der Seele des Menschen andere Anteile gibt, die am Status quo nichts verändern wollen. Bleiben wir beim Beispiel Beziehung: wenn es innere Anteile gibt, die verhindern, dass wir echte Nähe zulassen, so wird auch in dieser Zeit keine neue Beziehung zu Stande kommen – oder wenn doch, wird sie vermutlich nicht lange halten. Wenn zum Beispiel innerlich Angst vor Nähe (angezeigt zum Beispiel durch Mond-Neptun), Angst vor dem Ausgeliefert sein (Mond-Pluto) oder ein sehr großes Freiheitsbedürfnis (Uranus/Wassermann betont) vorliegen, oder wenn zum Beispiel Glaubenssätze wie „Meine Eltern hatten total viel Stress miteinander! Das gebe ich mir sicher nicht!“ (angezeigt durch Uranus-Saturn in Spannung) – dann wird die beste Chance auf eine Beziehung wenig nutzen – unsere inneren Filter sind uns im Weg. Oder besser formuliert: es gibt dann ein inneres Bedürfnis, welches stärker ist als der Wunsch nach Bindung. Daher gilt es in solchen Fällen zu schauen, welchen – oft unbewussten – Nutzen hat es, alleine zu bleiben?

Die Krux an der Sache: je unbewusster der „Verhinderer“ wirkt, umso stärker ist er. Durch die Bewusstmachung – auch mit Hilfe der Astrologie – kann man lernen, diesen Anteil zu verstehen und anders damit umzugehen. Erst dann kann sich auch im Außen etwas verändern.

Bleibt noch die Frage zu klären, ob solche Chancen dann nie wieder in unser Leben kommen: für die meisten Dinge in unserem Leben bekommen wir viele Chancen. Manchmal kann der Abstand dazwischen aber etwas länger sein, damit wir inzwischen auch ausreichend Zeit haben, um uns persönlich weiter zu entwickeln – damit es das nächste Mal besser klappt!

Sie wollen etwas in Ihrem Leben ändern? Sie wollen wissen, warum Sie bestimmte Erfahrungen immer wieder machen und welche inneren Muster dahinterstehen, um an diesen bewusst zu arbeiten? In solchen Fällen kann Astrologie eine große Bereicherung sein! Rufen Sie mich an und vereinbaren einen Beratungstermin!

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2018-01-31T06:09:42+00:00