Horoskopdeutung in 7 Schritten (3/3)

Im ersten Teil dieser Serie – den Schritten 1 und 2 – ging es darum, wie der Einstieg in die Horoskopdeutung funktioniert: über die Deutung von Quadranten, Hemisphären und Elementen sowie der Anlage. Im 2. Teil – den Schritten 3,4 und 5 – wurde erläutert, warum die Deutung der persönlichen Planeten Mond, Merkur und Sonne einen zentralen Teil in der Horoskopdeutung darstellen. Nun geht es noch um abschließende Gedanken zum strukturierten Einstieg in die Horoskopdeutung.

Persönliche, gesellschaftliche und kollektive Planeten

Die Planeten werden in 3 Gruppen eingeteilt: Sonne, Mond, Merkur, Venus und Mars gelten als „persönliche“ Planeten, während Jupiter und Saturn auch als „gesellschaftliche“ Planeten bezeichnet werden. Uranus, Neptun und Pluto gelten als die „kollektiven“ Planeten.

Astronomisch liegt der größte Unterschied in ihren Umlaufzeiten um die Sonne bzw. von der Erde aus betrachtet durch den Tierkreis.

Der Mond benötigt 27,3 Tage durch den Tierkreis und ist damit der schnellste Planet. Er steht rund 2,5 Tage in einem Tierkreiszeichen und wandert in 2 Stunden um rund 1° im Tierkreis weiter. (Anmerkung am Rande: astronomisch gesehen ist er natürlich kein Planet, sondern ein Satellit der Erde! Astrologisch geht es aber nicht um die physische Erscheinung des Himmelskörpers, sondern um seine symbolische Bedeutung – und als solcher kann er auch als „Planet“ bezeichnet werden.).

Durch diese schnelle Bewegung gilt der Mond als ein höchst individueller Punkt im Horoskop. Übertroffen wird seine individuelle Bedeutung nur noch von den Achsen AC/DC bzw. MC/IC, welche für 1° im Tierkreis gerade mal 4 Minuten benötigen. Das Achsenkreuz der Astrologie entsteht durch die Drehung der Erde um ihre eigene Achse – für eine komplette Drehung von 360° benötigt die Erde 24 Stunden bzw. für 1° Drehung eben 4 Minuten. Daher wechselt das Tierkreiszeichen am AC rund alle 2 Stunden, wodurch der AC als der individuellste Punkt im Radix gilt.

Merkur ist von der Erde aus gesehen immer in Sonnennähe zu finden. Er kann maximal 18° Abstand zur Sonne einnehmen und daher braucht er – zusammen mit der Sonne – ca. 1 Jahr durch den Tierkreis (von der Erde aus betrachtet).

Venus – maximal 48° von der Sonne entfernt – läuft, wie Merkur auch, in rund 1 Jahr durch den Tierkreis, während Mars knapp 2 Jahre für einen Umlauf um die Sonne benötigt.

Da Mond, Merkur, Venus, Sonne und Mars damit vergleichsweise rasch durch den Tierkreis laufen und damit rasch Position und Zeichen wechseln, haben sie sehr individuellen Charakter, was ihnen als Gruppe den Namen „persönliche“ Planeten eingebracht hat.

Jupiter mit 12 Jahren Umlaufzeit (entspricht 1 Jahr pro Tierkreiszeichen) und Saturn mit 29 Jahren Umlaufzeit (bzw. ca. 2,5 Jahren pro Tierkreiszeichen) sind schon relativ langsam. Sie sind mit freiem Auge noch beobachtbar und daher bereits seit alters her bekannt! Sie haben für das Individuum bereits weniger individuelle Stellungen und zeigen daher gesellschaftliche Themen an; so etwas wie eine gesellschaftliche Atmosphäre, in welche das Kind hineingeboren wird.

Uranus, Neptun und Pluto, welche mit dem freien Auge nicht sichtbar sind, gelten schließlich als die „kollektivenPlaneten – gemeinsam werden sie auch als die „Transsaturnier“ bezeichnet. Ihre Laufbahnen liegen weit außerhalb der Laufbahn von Saturn, und daher haben sie sehr lange Umlaufzeiten um die Sonne. Uranus benötigt rund 84 Jahre einmal durch den Tierkreis, daher steht er rund 7 Jahre in einem Tierkreiszeichen. Neptun benötigt mit 164 Jahren einmal um die Sonne fast genau doppelt so lange wie Uranus und er steht daher rund 14 Jahre in einem Tierkreiszeichen. Pluto letztlich – aktuell der äußerste Planet in der Astrologie (und ja, auch wenn Pluto astronomisch der Planetenstatus aberkannt wurde, wird er astrologisch weiterhin als relevanter Planet gedeutet) – läuft in ca. 248 Jahren um die Sonne. Durch seine sehr exzentrische Bahn liegt seine Verweildauer pro Tierkreiszeichen zwischen 11 Jahren (in Skorpion) und 31 Jahren (in Stier).

Da diese 3 kollektiven Planeten viele Jahre im selben Zeichen stehen und sich nur sehr langsam durch den Tierkreis bewegen, ist ihre Bedeutung im Tierkreiszeichen vor allem von kollektiver Bedeutung – sie zeigen daher eher den Zeitgeist an, in welchem das Kind zur Welt gekommen ist und durch welchen es daher unbewusst geprägt wird.

Deutung von gesellschaftlichen und kollektiven Planeten erforderlich?

Für den raschen, strukturierten Einstieg in die Horoskopdeutung können Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto zunächst nachrangig behandelt werden – zumindest, wenn sie im Horoskop keine bedeutende Stellung einnehmen.

Bedeutend in diesem Sinne ist eine Planeten-Stellung dann,

  • wenn der Planet Herr von 1 oder Herr von 10 ist (also Jupiter bei Schütze-AC/MC, Saturn bei Steinbock-AC/MC, Uranus bei Wassermann-AC/MC, Neptun bei Fische-AC/MC und Pluto bei Skorpion-AC/MC)
  • wenn der Planet einen (Haupt)Aspekt zu Sonne, Mond, Merkur, AC oder MC hat
  • wenn der Planet in Haus 1 oder Haus 10 steht.

Wenn diese überpersönlichen Planeten bedeutende Positionen einnehmen, müssen sie ebenfalls mit untersucht werden. Hierbei ist die Hausstellung von deutlich subjektiverer und damit auch deutlich größerer Wichtigkeit gegenüber der Zeichenstellung des Planeten. Wie bei Sonne, Mond und Merkur werden auch wieder Aspekte zu anderen Planeten oder den Achsen mitgedeutet.

Wenn einer dieser 5 überpersönlichen Planten jedoch keines dieser oben genannten Kriterien aufweist, so kann er für einen ersten Überblick über das Horoskop vorerst ignoriert werden. Er spielt dann erst bei tiefergehenden Analysen oder Fragestellungen den Planeten bzw. sein Haus betreffend eine Rolle.

Schritt 6 – MC – das Lebensziel

Astronomisch ist das MC (für „Medium coeli“ – die „Himmelsmitte“) der Schnittpunkt von Meridian und Ekliptik. Der Meridian ist der Längengrad, welcher den Nordpol mit dem Südpol der Erde verbindet und genau durch den aktuellen Ort verläuft. Die Ekliptik ist die scheinbare Sonnenumlaufbahn, sie entspricht astrologisch dem Tierkreis. Auf der nördlichen Halbkugel entspricht das MC daher dem Tierkreisgrad der Ekliptik, welcher genau Richtung Süden zeigt. Dieser ist der höchste Punkt über dem Horizont, welchen ein Planet in etwa erreichen kann (die Planeten liegen nicht exakt auf der Ekliptik, sondern können leicht darüber oder darunter liegen) – und damit auch genau der Punkt, an welchem die Sonne ihren Höchststand über dem Horizont erreicht.

Das MC steht astrologisch für unser höchstes Lebensziel, welches es zu verwirklichen gilt. Es steht in enger Verbindung mit unserem öffentlichen Ruf, unserer beruflichen Verwirklichung und dem, was wir am Ende des Lebens der Welt hinterlassen.

Zur Deutung des MC und des damit verbundenen 10. Hauses gehören daher folgende Punkte: das Zeichen am MC zeigt, welche Qualität wir beruflich nutzen bzw. wir im Laufe des Lebens entwickeln sollten, um unser Lebensziel zu erfüllen. Um zu schauen, in welchem Lebensbereich diese Qualität verwirklicht werden soll, betrachten wir den Herrscher von 10 (also jenen Planeten, welcher über das Tierkreiszeichen des MC herrscht) und beachten seine Haus- und Zeichenstellung sowie seine Aspekte zu anderen Planeten.

Weiters untersuchen wir alle Planeten im 10.Haus: ihre Zeichenstellung und Aspekte zeigen an, welche Fähigkeiten, Werte und Handlungen uns bei der Zielerreichung unterstützen oder hemmen.

Und zuletzt prüfen wird noch die Aspekte von anderen Planeten zum MC. Diese unterstützen oder erschweren die Verwirklichung ebenfalls.

Schritt 7 – aufsteigender Mondknoten ☊ – das karmische Ziel

Zuletzt fehlt nur noch die Deutung der Mondknotenachse. Bei den Mondknoten – dem absteigenden ☋ und dem aufsteigenden ☊ – handelt es sich um eine dritte Achse im Horoskop – neben den beiden Hauptachsen AC-DC und MC-IC. Die Mondknotenachse beschreibt unser karmisches Ziel, welches wir in diesem Leben verwirklichen wollen.

Der absteigende Mondknoten zeigt Fähigkeiten, Werte und Qualitäten, welche wir bereits in dieses Leben mitbringen. Nun gilt es, das genaue Gegenteil davon – den aufsteigenden Mondkoten – zu entwickeln, um letztlich beide Pole zusammen zu bringen. Die Entwicklung beginnt so quasi beim absteigenden Mondknoten und geht zum aufsteigenden Mondknoten. Wenn dieser entwickelt wurde, stehen einem beide Pole zur Verfügung. Letztlich geht es nicht um ein „entweder – oder“ (das hieße, den einen Pol abzuwerten und den anderen zu überhöhen), sondern es geht um eine Erweiterung der Persönlichkeit und daher um ein „sowohl – als auch“.

Auch bei den Mondknoten beachten wir Haus- und Zeichenstellung sowie Aspekte durch die Planeten. Planeten am absteigenden Mondknoten ☋ zeigen dabei Fähigkeiten und Qualitäten an, welche wir bereits gut können, Planeten in Konjunktion mit dem aufsteigenden Mondknoten ☊ zeigen Werte, Fähigkeiten und Talente, welches es zu entwickeln geht. Planeten im harmonischen Aspekt zur Mondknoten-Achse unterstützen die Entfaltung des karmischen Ziels, Planeten im Spannungsaspekt stellen eine Herausforderung oder eine Erschwernis bei der Entwicklung und Verfolgung des karmischen Ziels dar.

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Sandra Bohac

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