Immer wieder taucht in den Medien ein ominöses 13. Tierkreiszeichen auf, welches bei astrologischen Laien dazu führt, die gesamte Astrologie in Frage zu stellen. Doch was antwortet man als Astrologe auf diese Frage, was es mit dem „Schlangenträger“ denn auf sich hat?

Nun, zum ersten muss geklärt werden, dass ein Tierkreiszeichen nicht das selbe ist wie ein Sternbild!

Über den Zusammenhang von Sternbild, Tierkeiszeichen und „Sternzeichen“ habe ich schon vor längerer Zeit einen Artikel geschrieben, welcher hier im Detail nachgelesen werden kann.

Die Erde ist eine Kugel, welche sich im Weltraum bewegt. Rund um diese Kugel gibt es in alle nur erdenklichen Richtungen Sterne (= von sich aus leuchtende Himmelskörper), welche bereits vor Jahrtausenden zu „Sternbildern“ zusammengefasst wurden. Die bekanntesten sind unter anderem „Der Große Wagen“, „Orion“, „Das Sommerdreieck“, „Cassiopeia“ oder „Andromeda“. Es sind virtuell zusammengefasste Gruppen von Fixsternen, welche die gesamte Erde in allen Richtungen umspannen.

Die Erde bewegt sich in einer elliptischen Bahn um die Sonne, welche das Zentum unsereres Sonnensystems darstellt. Für 1 Umlauf um die Sonne benötigt die Erde 365,25 Tage. Alle anderen Planeten unseres Sonnensystems – Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und der Zwergplanet Pluto – bewegen sich ebenfalls in elliptischen Bahnen um die Sonne. Das interessante dabei ist, dass alle Planeten unseres Sonnensystems – also auch die Erde – sich dabei annähernd auf einer Ebene um die Sonne bewegen!

Man könnte sich das wie eine Schallplatte vorstellen: in der (ungefähren) Mitte steht die Sonne (sie würde in diesem Vergleich dem Dorn entsprechen, auf welchem die Schallplatte auf den Teller gelegt wird), und alle Planeten unseres Sonnensystems sitzen auf dieser Schallplatte und drehen sich um den Punkt in der Mitte. Diese Ebene, welche Aufgrund der Planeten um unsere Sonne gebildet wird, nennt man Ekliptik. Natürlich gibt es über und unter dieser Ebene die oben bereits erwähnten Fixsterne und „Sternbilder“, sie sind ja nicht an diese Ebene gebunden, sondern liegen im dreidimensionalen Raum.

Alleine daraus ist bereits erkennbar, dass Sternbilder nichts mit der Ekliptik zu tun haben. Sie bilden so quasi den endlosen, 3-dimensionalen Hintergrund über, unter und hinter unserem kleinen, 2-dimensionalen (weil in einer Ebene liegenden) Sonnensystem.

Nun ist so, dass es Sternbilder gibt, die in etwa auf Höhe dieser 2-dimensionalen Ebene liegen. Es gibt also Sternbilder, die über der Ekliptik liegen, welche darunter und eben auch welche, die ziemlich genau auf der Ekliptik liegen. Genau diese Sternbilder, die in etwa auf Höhe der Ekliptik liegen, sind nun die spannenden! Sie können eher klein sein, wie zB das Sternbild „Widder“, sie können aber auch sehr groß sein, wie zB das Sternbild „Fische“. Diese Sternbilder – also virtuelle Zusammenfassungen von Sternen auf Höhe der Ekliptik – sind nun Namensgeber für unsere Tierkreiszeichen!

Was ist nun ein Tierkreiszeichen im Vergleich dazu?

Wie oben beschrieben, bewegt sich die Erde in einer elliptischen Bahn um die Sonne. Da eine „kreisförmige“ Bahn keinen Anfang und kein Ende hat, wurde ein Anfangspunkt per Defintion festgelegt. Als Anfangspunkt wurde der Punkt gewählt, den die Sonne zur Tag- und Nachtgleiche im Frühjahr markiert. Dieser Startpunkt hat also etwas mit dem Bezug Sonne-Erde zu tun, die Fixsterne im Hintergrund spielen dabei überhaupt keine Rolle!

Wozu Tierkreiszeichen?

Ein Kreis hat 360 Grad. Im Laufe von ca. 365 Tagen (= 1 Jahr) umrundet die Erde nun die Sonne und legt somit die 360° des Kreises zurück. Da unser Erleben auf der Erde stattfindet, sieht es von uns aus so aus, als würde die Sonne ca. 365 Tage brauchen, die Erde (vor dem Hintergrund des Fixsternhimmels) zu umrunden. Nach dieser Zeit ist die Sonne wieder an dem Punkt angekommen, welcher den Startpunkt des Kreises markiert.

Von diesem Startpunkt aus gemessen, welcher um den 21. März jedes Jahres liegt, könnte man nun im Herbst sagen, die Sonne befindet sich nun 187° vom Startpunkt entfernt oder im Winter, dass sie nun 275° vom Startpunkt entfernt liegt.

Könnte man – versteht dann nur niemand!

Um also eine leichtere Verständlichkeit zu haben, wurde der 360°-Kreis in 12 Abschnitte zu je 30° geteilt.So, als würde man die Schallplatte in 12 gleich große, tortenstückförmige Teile schneiden.

Am Startpunkt = 0° beginnt „Widder“.Der Name ist vom Sternbild abgeleitet, welches auf der Ebene der Ekliptik liegt. Das Tierkeiszeichen ist ein Ekliptikabschnitt, das Sternbild eine virtuelle Zusammenfassung von Fixsternen im Raum. Das einzige, was sie gleich haben, ist der Name!

Der erste 30° Abschnitt heißt „Widder“ (0°-30°), die nächsten 30° werden „Stier“ (30°-60°) genannt, die nächsten 30° „Zwillinge“ (60°-90°).

Mit jeweils 30° Abschnitten geht es weiter: Krebs (90°-120°), Löwe (120°-150°), Jungfrau (150°-180°),  Waage (180°-210°) , Skorpion (210°-240°), Schütze (240°-270°), Steinbock (270°-300°),  Wassermann (300°-330°), Fische(330°-360°). 360° ist gleich 0°, damit geht es beim Widder erneut los (siehe auch hier).

Im Herbst, wenn die Sonne bereits mehr als die halbe Umrundung geschafft hat, müssten wir nun sagen „Die Sonne liegt auf 187°“. Das ist aber nicht sehr verständlich. Durch die Einteilung in die Abschnitte können wir nun stattdessen sagen: „Die Sonne liegt auf 7° Waage“. Im Winter statt „Die Sonne liegt auf 275°“ heißt es nun „Die Sonne liegt auf 5° Steinbock“.

Es wird damit verständlicher, drückt aber genau das gleiche aus!

Jeder Abschnitt auf der Ekliptik hat also den Namen eines Sternbildes erhalten, welches in etwa auf der Ekliptik in diesem Bereich liegt. Das Sternbild Widder ist ein sehr schmales Sternbild in seiner ekliptikalen Ausdehnung, das Tierkreiszeichen Widder (also der erste Abschnitt der Ekliptik) umfasst aber genau 30°. Das Sternbild Fische ist hingegen ein sehr breites Sternbild in seiner ekliptikalen Ausdehnung, während das Tierkreiszeichen Fische auch genau 30° umfasst.

Was hat es nun mit dem 13. Sternzeichen, dem so genannten „Schlangenträger“ auf sich?

Der Schlangenträger (Ophiuchus) ist ein Sternbild, also eine virtuelle Zusammenfassung von Fixternen. Dieses Sternbild befindet sich in etwa auch dort, wo das Sternbild Skorpion (Scorpius) und Schütze (Sagittarius) ist. Da der Bereich des Schlangenträgers bereits durch Skorpion und Schütze abgedeckt ist, wird er in der westlichen Astrologie als Namensgeber nicht herangezogen.

Spannend ist noch zu erwähnen, dass Menschen, die Ende Oktober, Anfang November geboren werden – also zu jener Zeit der Skorpion-Geborenen im indianischen Horoskop im Zeichen der „Schlange“ geboren werden – also im Zeichen des Schlangenträgers. Die Eigenschaften der indianischen Schlage decken sich dabei mit jenen des Skorpions, was nicht weiter verwunderlich ist.

Die Verschiebung der Fixsterne gegenüber den Tierkreiszeichen

Bleibt nur noch zu erwähnen, dass der Startpunkt des Frühlingspunktes (0° Widder) nicht mit dem „Startpunkt“ des Sternbildes Widder zusammenfällt. Dieser Umstand ist der Präzession der Erdachse geschulddet. Dazu schreibe ich aber vielleicht mal einen eigenen Artikel!

Mehr Info dazu?

Wer dazu noch mehr wissen möchte, dem empfehle ich das eintägige Seminar Astronomie für Astrologen. Der nächste Termin ist am 14.03.2020.

Quelle:

Bild der Sternbildkarte: Von Cmglee, Timwi, NASA – Eigenes Werk, http://svs.gsfc.nasa.gov/vis/a000000/a003500/a003572, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=27881844

Titelbild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Rho_Ophiuchi.jpg

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Sandra Bohac

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