Worum geht es eigentlich wirklich?

Focus auf das Wesentliche

In der astrologischen Beratung wird man immer wieder mit Fragen konfrontiert, wann denn eine bestimmte Situation bitte endlich vorbei ist. Ganz klassisch ist natürlich die Frage: „Wann kommt denn endlich wieder mal ein Partner in mein Leben? – Ich mag nicht mehr alleine sein!“. Oder wie eine Freundin mich neulich fragte „Sag, wann ist der Stress denn vorbei? Ich habe einen 25-Stunden-Job, aber aktuell muss ich so viele Überstunden machen, dass ich gar nicht zu meinen anderen Themen komme!“

Und natürlich kann ich ins Horoskop schauen, und einfach darauf schauen, welcher aktuelle Transit (der laufenden Planeten) der beschriebenen Situation entspricht und wann diese Phase vorbei ist bzw. wann eine günstige Phase für eine Veränderung kommt. Das ist ja auch genau die Stärke der Astrologie – zu erkennen, wann die Zeit wofür reif ist. Dennoch kann es sein, dass dieses Vorgehen zu kurz gegriffen ist und am eigentlichen Thema vorbeiführt.

Bleiben wir einmal bei der Frage „Wann kommt denn endlich wieder mal ein Partner in mein Leben?“ und nehmen wir an, diese Frage wird von einer Frau gestellt. Wenn ich jetzt einfach nur prüfe, wann zum Beispiel der Liebesplanet VENUS, der Bindungsplanet MOND oder bei Frauen auch die SONNE – symbolischer Platzhalter für einen Ehemann – einen günstigen Aspekt durch laufende Transite erhält, und dann antworte: „Ja, in 3 Monaten sieht es gut aus, da macht Jupiter ein Trigon zu Deiner Venus und die progressive Sonne steht genau am Deszendenten!“, dann tun wir doch so, als wäre das Entstehen einer neuen Beziehung einzig und allein dem Stand der Planeten geschuldet. Wir bräuchten also nur darauf zu warten, dass ein günstiger Moment kommt und – ZACK – schon sind wir glücklich und verheiratet. Es hätte also gar nichts mit uns zu tun, ob sich die Situation verändert, sondern wir könnten die volle Verantwortung den Planeten unterjubeln und müssen jetzt nur noch darauf warten und hoffen, dass die Planeten es eben gut mit uns meinen.

Hm… das wäre fatal! Wir wären damit nämlich Sklaven der Planeten und hätten keinen freien Willen mehr. Und es ist im Übrigen auch nicht die Betrachtungsweise der psychologischen Astrologie! Planeten machen eben nichts…. wie ich hier näher erläutert habe.

Viel wichtiger ist es daher, zu prüfen, ob die Person denn überhaupt bereit ist für eine neue Beziehung! Klar, der Kopf der Dame sagt: „Ich will eine Partnerschaft!“. Aber das Innere der Person ist offensichtlich im Moment jedenfalls noch dagegen – sonst wäre die Partnerschaft nämlich schon da!

Daher ist es durchaus sinnvoll, bei solchen Fragen zuerst zu prüfen, was denn dafür spricht, dass die Situation gerade so ist, wie sie ist. Welche inneren Anteile unterstützen unbewusst die aktuelle Situation, sodass sie auf seelischer Ebene eben genauso sein muss, wie sie aktuell ist. Welche Glaubenssätze, Werte und Vorstellungen verhindern im Moment, dass eine Beziehung da ist? Was ist das „Gute am Schlechten“, wie Paul Watzlawick es nannte. Welchen Vorteil hat die aktuelle Situation jetzt noch auf unbewusster Ebene? Und auch auf diese Fragen kann das Horoskop wertvolle Hinweise geben!

Nehmen wir an, die Dame mit dem Beziehungswunsch hat in ihrem Horoskop Aspekte und Konstellationen, die darauf schließen lassen, dass es da zum Beispiel ein Thema mit Nähe und Distanz gibt – durch die Planeten MOND (Nähe) und UNRANUS (Distanz) symbolisiert. Dann wäre es durchaus sinnvoll, dieses Bedürfnis nach Unabhängigkeit und Ungebundenheit anzusprechen. Fragen dieser Art könnten zum Beispiel weiterhelfen: „Was könnten Sie denn nicht mehr tun, wenn Sie in einer Partnerschaft wären? Was müssten Sie tun, was Sie vielleicht gar nicht wollen? Worauf müssten Sie verzichten? Was wäre also der Preis, den es zu bezahlen gilt?“ Welche inneren Vorstellungen gibt es da also, die noch DAFÜR sprechen, besser allein zu sein? Zum Beispiel könnte es da die die Vorstellungen geben, dann jeden Tag kochen zu müssen, sich täglich sehen zu müssen, sich kontrolliert zu fühlen, …

Oder vielleicht hat die Dame auch eine Spannungskonstellation zwischen URANUS und SATURN im Horoskop. Oft wurde da in der Kindheit die Erfahrung gemacht, dass die Eltern sehr viel gestritten haben und das Kind hat sich – vielleicht unbewusst – gesagt: „Eine Beziehung zu haben bedeutet nur Stress und Streit! Das gebe ich mir nicht!“ – und verhindert durch diesen Glaubenssatz unbewusst, dass Beziehung entstehen kann.

Oder nehmen wir das Beispiel meiner Freundin mit den zahllosen Überstunden, obwohl sie nur einen Arbeitsvertrag über 25 Stunden pro Woche hat. Einfach zu schauen, wann zum Beispiel der Stressplanet URANUS oder der Leistungsplanet SATURN aus Spannungskonstellationen zum Horoskop weiter wandern, ginge an der eigentlichen Ursache vorbei. Wenn wir uns aber anschauen, welche Konstellationen im Horoskop darauf hindeuten, dass diese Überstunden gerade auf seelischer Ebene Sinn machen und einen seelischen Zweck bzw. ein seelisches Bedürfnis erfüllen, kommen wir der Sache schon näher. So könnte zum Beispiel SATURN im Horoskop im 1. Haus darauf hindeuten, dass die Person sehr verantwortungsbewusst handelt und dazu tendiert, sich zu viel Verantwortung und Arbeit aufzulasten. Wenn nun auch noch die Sonne oder der Mond in Jungfrau steht, so kann es sein, dass diese Person das Bedürfnis hat, sich nützlich zu machen, um daraus ein positives Selbstwertgefühl zu generieren.  Und wenn dann Neptun auch noch im 2. Haus steht, fällt es eventuell schwer, Grenzen zu setzen und Nein zu sagen. Daher ist es auch hier zunächst wichtig, zu klären, welche – vielleicht noch unbewussten –  Glaubenssätze dazu führen, dass sie sich ausgenutzt fühlt. Antworten auf folgende Fragen könnten diese Glaubenssätze erkennbar machen: „Was würdest Du denn von Dir selbst denken, wenn Du nur die 25 Stunden, die vereinbart sind, machen würdest? Welchen Nutzen hast Du denn davon, mehr Stunden als vereinbart zu leisten?“

Natürlich können wir mit Hilfe der Astrologie auch schauen, welche aktuellen Konstellationen verstärkt dazu führen, dass die Situation eben gerade so ist, wie sie ist. Die leitende Frage dazu lautet immer: „Worauf will mich diese Situation aufmerksam machen? Was gilt es jetzt über mich selbst zu lernen? Wie bin ich durch meine Vorstellungen, Glaubenssätze, Bedürfnisse und Haltungen an dieser Situation mit beteiligt?“ Fragen wie diese helfen, aus der Opferhaltung auszusteigen und Verantwortung für unser Leben zu übernehmen. Damit bin ich nicht mehr Spielball meines Umfeldes, sondern kann beginnen, mein Leben aktiv selbst zu gestalten.

Günstige Gelegenheiten und astrologisch förderliche Konstellationen erzeugen nicht zwingend auch erfreuliche Ergebnisse. Der beste Transit nützt nichts, wenn ich nicht bewusst damit umgehe und prüfe, welche inneren Haltungen noch einen Nutzen aus der unerfreulichen Situation ziehen oder eine Veränderung zum Gewünschten hin verhindern.

Es gibt zahllose astrologische Konstellationen, die Hinweise auf innere Glaubenssätze geben, welche dazu führen, dass die Situation im Außen im Moment so ist, wie sie eben ist. Indem wir diese Glaubenssätze bewusst machen und beginnen, damit aktiv zu arbeiten und sie zu transformieren, ermöglichen wir eine Veränderung in unserem Leben. Astrologie und das Horoskop sind wunderbare Hilfsmittel, um inneren Haltungen und Vorstellungen auf den Grund zu gehen, sie bewusst zu machen und zu transformieren.

 

Sie stecken gerade in einer ungewollten Situation und wollen etwas daran ändern? Sie wollen wissen, welche unbewussten Glaubenssätze die aktuelle Situation erforderlich machen? In einem persönlichen astrologischen Gespräch können wir diesen Fragen auf den Grund gehen. Rufen Sie mich an und vereinbaren einen Termin!

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2017-12-09T06:47:17+00:00